Paar*therapie

*der Begriff Paar soll hier nicht allein dyadisch gemeint sein, sondern neben monogamen Beziehungen auch diverse Formen intimer Beziehungen, wie z.B. offene, polyamouröse bzw. mehr-Personen-Beziehungen mit einschließen. Synonym könnte es heißen: Therapie intimer Beziehungen. 

Rahmenbedingungen

In meiner Praxis (SocialRaum, Jansastraße 12, 12045 Berlin-Neukölln) biete ich Therapie/ Beratung für Paare* an. Die Sitzungen dauern im Regelfall 50 Minuten und Kosten 100€ pro Paar*. 

Ich arbeite nicht nur mit heterosexuellen, sondern auch mit Paaren, die sich als LGBTQI+ bezeichnen. In der Arbeit mit Paaren* von verschiedenem sprachlichen und/oder kulturellem Hintergrund kann eine Berücksichtigung (inter-) kultureller Aspekte wichtig sein. 

Zu Beginn einer Paar*therapie entwickeln wir konsensuelle Ziele und besprechen Rahmenbedingungen, wobei es keine verpflichtende Struktur gibt. Meine Beiträge haben den Charakter von Empfehlungen, mit denen das Paar* innerhalb und außerhalb der Sitzungen Erfahrungen sammeln kann.

Haltung

Auch wenn Ergebnisoffenheit wichtig ist und auch eine friedliche Trennung ein gültiges Ziel sein kann, versuche ich die Aufmerksamkeit stets auch auf die positiven Aspekte des Umgangs zu legen, die manchmal zu wenig Beachtung finden. Ich bemühe mich bei unseren Sitzungen um Verständnis jeder Sichtweise und Allparteilichkeit. Nicht nur, um jeder einzelnen Person Akzeptanz zu vermitteln, sondern auch, weil das Prinzip der emotionalen Verbundenheit es mit sich bringt, dass nur gemeinsame Lösungen funktionieren können.

„Um die Liebe kennenzulernen, müssen wir zu uns und anderen ehrlich sein.“ bell hooks

Ich glaube, dass Probleme in einer Beziehung dazugehören und keine Ausnahme, sondern die Regel sind. Viele Paare* glauben, dass das, was sich bei ihnen bereits abgespielt hat, außergewöhnlich und besonders schlimm ist und ziehen tiefgreifende Rückschlüsse auf ihre Unzulänglichkeit. Mein Menschenbild und meine Erfahrung mit Beziehungen ist dagegen, dass wir alle Fehler begehen, aber selten bösartig oder krank sind, sondern - mitfühlender gedacht - uns lediglich verirrt haben und bessere Alternativen finden sollten. Eine achtsame Sicht und fürsorgliche Begleitung von außen kann dabei helfen, neue Denk- und Verhaltensweisen zu entwickeln, die der Beziehung eine neue Perspektive geben können. Eine gemeinsame sanfte Sprache zu entwickeln - verbal, aber auch in Gesten - gehört häufig bei der Verbesserung der Beziehungsqualität dazu.

„Für das Herz ist das Leben einfach. Es schlägt, solange es kann.“ Karl Ove Knausgard

Viele Menschen erleben partnerschaftliche Probleme als „Herz gegen Verstand“ und fordern sich die Einsicht ab, der klare Geist müsste sich endlich gegen das stumpfsinnige Herz durchsetzen. Fälle, in denen das stimm, gibt es zweifellos. Aber aus meiner Erfahrung ist häufiger ein allzu rigider Verstand als ein träges Herz die Ursache des Problems. Viel zu oft verrennen und verirren, verheddern und verhaken wir uns in den Konstruktionen unseres Verstandes. Wenn wir unseren Hoffnungen dagegen mehr Vertrauen schenken können als unseren Befürchtungen, kann oft auch eine hellere Perspektive entstehen.

“Liebe ist eine Aktivität und kein passiver Affekt. Sie ist etwas, das man in sich entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt.” Erich Fromm

Ich möchte dazu anregen, die Qualität der emotionalen Beziehung als Produkt des Verhaltens zu sehen und nicht als rein physiologischen Zufall. Ich bin überzeugt, dass wir durch eine achtsame und liebevolle Haltung und fürsorgliches Handeln den Boden für Vertrauen, Sicherheit und Intimität bereiten können.

Inhalte

Meiner Erfahrung nach durchziehen partnerschaftliche Probleme oft mehrere Ebenen, weshalb auch ihr Lösungsversuch über verschiedenartige Zugänge erfolgen sollte. Wenn sich Probleme bereits manifestiert haben, zeigen sich gewöhnlich Symptome von Rückzug oder Eskalation. Typische Konfliktursachen und Herangehensweisen sind bspw:

  • Alltagsstress. Hier geht es oft darum, pragmatische Problemlösestrategien anzuwenden (z.B. angenehme Rituale zu etablieren)
  • Dysfunktionale Muster der Interaktion und Kommunikation (Aggression, Machtspiele, Misstrauen, Vorwürfe, usw.). Hier kann es darum gehen, Verständnis für die Biografie der anderen Person und ihrer Bedürfnisse zu entwickeln und alternative Strategien zu deren Umsetzung zu entwickeln 
  • Verletzende oder dysfunktionale Kommunikation: lernen, sanfter miteinander zu sprechen
  • Frustrationen bzgl. Intimität/ Sexualität: Wege zu Akzeptanz, Wiederannäherung oder Öffnung finden
  • Bedürfnisse (z.B. Nähe und Distanz) kommunizieren, akzeptieren und kooperativ umsetzen lernen
  • Starre Konzepte, festgefahrene Zuschreibungen und subjektive Wahrheiten kritisch hinterfragen und sich für neue Erfahrungen öffnen
  • Einflussnehmende Kontextfaktoren von Konfliktsituationen berücksichtigen lernen

Therapeutischer Hintergund

Eine Grundlage meiner Perspektive auf Paar*therapie bildet die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT). Sie beschreibt 6 Prinzipien (ich habe sie leicht umformuliert) erfüllender Lebensgestaltung, die auch in der Paar*therapie Anwendung finden können:
  • Akzeptanz (Öffnet euch, auch unangenehmen Aspekten der eigenen oder anderen Person und eurer Beziehung)
  • Objektivität (Löst euch von rigiden Zuschreibungen und Konzepten und seid euch dem Einfluss eurer Perspektive bewusst)
  • Achtsamkeit (Löst euch von schädlichen Automatismen)
  • Gegenwärtigkeit (Statt in der Vergangenheit/Zukunft zu verhaften, macht euch bewusst, welche Möglichkeiten die Gegenwart bietet)
  • Werteklärung (Welche Vision habt ihr voneinander? Welche Qualitäten eurer Beziehung machen euch glücklich?)
  • Engagement (Was könnt ihr tun, um mehr mit euren Werten in Kontakt zu kommen?) 

Weitere Ansätze, mit denen ich paar*therapeutisch gerne arbeite, sind die Emotionsfokussierte Therapie (EFT), die Compassion Focused Therapy (CFT) und gängige Kommunikationsmodelle (der kontrollierte Dialog, das Vier-Ohren-Modell, die gewaltfreie Kommunikation).

Erfahrungsberichte von Klient*innen

"In der Paartherapie bei Stuart habe ich die Möglichkeit wahrgenommen, eine neue Perspektive auf meinen langjährigen Partner zu erhalten. Vor der Therapie war ich mir sicher, so ziemlich alles über meinen Partner zu wissen, seine Wünsche und Bedürfnisse zu kennen. Durch Stuarts Spiegelung von dem, was er von uns als Paar* und einzeln wahrnimmt, konnte ich bemerken, wie starr die Lesart ist, die ich über die Jahre von meinem Partner eingestellt habe. Ich habe gelernt, dass ich Gesprächsmuster verändern und auch auf meinen Wahrnehmungsmodus selbst Einfluss nehmen kann. Hierbei hat sich Stuart insofern zurückgehalten, als ich diese Gedanken selbst entwickeln konnte, hat uns aber im Gespräch durch gezielte Fragen Anleitung und Hilfestellung geben können, routinierte Gesprächsmuster zu durchbrechen und uns aus gegenseitigen Festschreibungen teilweise herauszulösen. Konkret hat er uns Formulierungsmöglichkeiten an die Hand gegeben und alternative Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, die sich vorher nicht an unserem Horizont abgezeichnet haben. Stuart hat in den Therapiegesprächen stets eine angenehme Atmosphäre geschaffen und einen sicheren Raum geschaffen, innerhalb dessen auch belastende und ambivalente Gefühle oder Gedanken kommuniziert werden können. Durch seine empathische und kluge Art, Dahinterliegendes aufzuschlüsseln, konnten mein Partner und ich zu tiefere Strukturen unserer Konflikte durchdringen. Betrachte ich unsere Beziehungsjahre rückblickend, hätten mein Partner und ich den Schritt, therapeutische Unterstützung zu suchen, schon früher wahrnehmen sollen. Bei der Entscheidung, die Partnerschaft nicht mehr romantisch weiterzuführen, hat Stuart mich auch im Einzelgespräch begleitet und geholfen, diesen Entscheidungsprozess zu reflektieren. Ich beruhige mich damit, Stuart als Ressource zu wissen, Hilfestellungen für Situationen zu finden, in denen ich nicht weiterkomme." 

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